Cloud-Speicher auf Basis von „Nextcloud“

Die zur Umsetzung des Cloud-Speichers von ProLinOS eingesetzte Software „Nextcloud“ ist eine freie, datenschutzfreundliche und im Hinblick auf die Erweiterbarkeit der Funktionalität mittels diverser, in einem eigenen App Store zur Verfügung stehenden Software, mehr als vollwertige Alternative zu den üblichen, aber nicht selten wenig vertrauenswürdigen Cloud-Speichern und Filesynclösungen, wie sie weltweit von diversen kommerziellen Betreibern und Internetkonzernen angeboten werden und bei denen der einzelne Benutzer keine Kontrolle darüber hat, auf welchen Servern in welchem Land seine ihnen anvertrauten Dateien gespeichert werden und welche Personen darauf alles Zugriff haben und welche eventuellen Partnerunternehmen oder auch Regierungsorganisationen in welchem Umfang diese zudem noch ausspähen können.

Mit der Open-Source Software Nextcloud, die für jedermann auf der Projektseite zum freien Download zur Verfügung steht und deren Quellcode zudem auf Github heruntergeladen werden kann, besteht für jeden, soweit ein eigener Server zur Installation vorhanden ist, die Möglichkeit, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten und weit mehr als nur eine Filesync- und Filesharinglösung selbst zu realisieren.

Die eigenen Dateien, Dokumente, Fotos und Videos sicher und immer griffbereit online zentral ablegen – wenig vertrauenswürdige externe Speicher einbinden, verschlüsseln und den dortigen Speicherplatz sicher weiter nutzen – alles über ein einfaches Interface (Weboberfläche) zentral kontrollieren und verwalten – alle Dateien automatisch mit allen eigenen Geräten (PC, Laptop, Tablet oder Smartphone) synchronisieren – mit mobilen Apps jederzeit, überall und von jedem Gerät auf die eigenen Dateien und Dokumente zugreifen – Adressbücher, Kalender und Aufgabenlisten mit allen Geräten synchronisieren – Dateien für andere Benutzer und Gruppen freigeben oder per Link, E-Mail oder den sozialen Medien mit Freunden teilen.

Die vorstehend beispielhaft aufgeführten Funktionen stellen nur einen Ausschnitt der in Nextcloud enthaltenen Kernfunktionalitäten sowie möglichen Erweiterungen mittels Drittanbieter Apps dar. Mit einem auf dieser freien Software Nextcloud basierten Cloud-Speicher kann insoweit nicht nur eine Cloudspeicher- und Dateisynchronisationslösung realisiert werden, bei der die Kontrolle über eigene Dateien und persönliche Daten gewahrt bleibt und mit eigenen oder fremden Geräten, sei es zu Hause am eigenen PC, unterwegs per mobilen Apps, im Internetcafe, via WLan im Hotel, mit dem Rechner am Arbeitsplatz oder bei Freunden, verschlüsselt und sicher auf die eigenen Dateien zugegriffen werden kann, sondern steht aufgrund der erweiterbaren Funktionalität bis hin zu einem online Office Paket sowie Audio-, Video- und Textchat-Systemen letztlich ein kompletter Online-Arbeitsplatz überall zur Verfügung.

Der Cloud-Speicher von ProLinOS

Interessierten Leuten, die gerne einen solchen mit Nextcloud realisierten Cloud-Speicher ausprobieren oder vielleicht auch dauerhaft nutzen möchten, selbst aber nicht über einen eigenen Server verfügen, räume ich im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Projekts ProLinOS gerne die Möglichkeit ein, den von mir betriebenen privaten Cloud-Speicher mitzubenutzen. Wer diese Möglichkeit wahrnehmen und einen eigenen Account auf dem Cloud-Speicher von ProLinOS nutzen möchte, der kann mit dem auf diesen Seiten zur Verfügung stehenden Web-Template eine Account-Anmeldung vornehmen.

Administrative Voreinstellungen

Auf dem Cloud-Speicher von ProLinOS sind von mir administrative Voreinstellungen gesetzt worden. Mit diesen Voreinstellungen werden die für alle Benutzer geltenden Vorgaben und die auf dem Cloud-Speicher möglichen Funktionen bestimmt. Aktuell habe ich folgende Voreinstellungen gesetzt:

  • Bei einem neuen Account beträgt der verfügbare Speicherplatz 20 GB (Standard Quota).
  • Über die aktivierte „Quota Warning“ App erhalten die Benutzer automatisch jeweils eine Hinweisnachricht, wenn sie 85%, 90% oder 95% ihres verfügbaren Speicherplatzes aufgebraucht haben.
  • Bei einem neuen Account wird der Vor- und Nachname als Anzeigename gesetzt. Infolge der aktivierten Autovervollständigung ist er bei der Einrichtung einer Freigabe (share dialog) für andere Nutzer auf den Cloud-Speichern sichtbar. Ein Benutzer kann seinen Anzeigenamen aber in den persönlichen Einstellungen jederzeit ändern.
  • Benutzer können jederzeit ihr Passwort ändern. Allerdings ist hierbei eine Passwortrichtlinie zwingend zu beachten, die das Setzen eines zu schwachen Passworts verhindern soll. Danach muss ein Passwort mindestens 11 Zeichen lang sein und mindestens einen Groß- „A-Z“ und einen Kleinbuchstaben „a-z“ sowie mindestens eine Zahl „1-9“ und mindestens eines der folgenden Sonderzeichen: ? # ! $ % = + : @ ~ ; * ( ) enthalten.
  • Auf dem Cloud-Speicher ist die App „External storage support“ aktiviert und Benutzer haben in ihren persönlichen Einstellungen die Möglichkeit, eventuell genutzte externe Speicherdienste wie Google-Drive, Dropbox oder Amazon S3 in ihren Cloud-Speicher einzubinden, zentral über dessen Weboberfläche zu verwalten und so ihren nutzbaren Speicherplatz entsprechend zu erweitern.
  • Auf dem Cloud-Speicher ist die serverseitigen Verschlüsselung aktiviert. Allerdings nicht für den Hauptspeicher, sondern nur zur Verschlüsselung von Fremdspeichern. Jeder Benutzer kann selbst entscheiden, ob er eventuell in seinen Cloud-Speicher eingebundene Fremdspeicher verschlüsseln und so den dortigen Speicherplatz sicher weiter nutzen möchte oder nicht.
  • Auf dem Cloud-Speicher ist der sogenannte Wiederherstellungsschlüssel aktiviert. Benutzer können in ihren persönlichen Einstellungen auswählen, ob sie die Passwortwiederherstellung aktivieren wollen oder nicht.
  • Bei einem neuen Account wird automatisch eine beispielhafte Ordnerstruktur angelegt, in der auch ein Ordner „Freigaben“ enthalten ist. Freigaben, die von Benutzern auf dem gleichen Cloud-Speicher eingerichtet werden, erscheinen in dem Ordner „Freigaben“ des jeweiligen Adressaten.
  • Das Standard Upload-Limit beträgt 2 GB. Es können insoweit Dateien bis zu dieser Maximalgröße über den Web-Client hochgeladen werden.
  • Benutzer können Freigaben an andere Cloud-Server senden und von anderen Cloud-Servern empfangen (Federated-Cloud-Sharing).
  • Benutzer können automatisch generierte E-Mail-Benachrichtungen über freigegebene oder über einen Link geteilte Dateien an andere Benutzer oder Personen senden.
  • Gelöschte Dateien werden zunächst in den Papierkorb verschoben und können von dort auch wieder hergestellt oder von dem Benutzer zur Rückgewinnung von Speicherplatz jederzeit endgültig gelöscht werden. Nach Ablauf von 30 Tagen werden sie allerdings automatisch und unwiderbringlich auch in dem Papierkorb gelöscht. Sollte vor Ablauf dieser Aufbewahrungsfrist der für gelöschte Dateien beanspruchte Speicherplatz auf mehr als 50% des aktuell verfügbaren Speicherplatzes angewachsen sein, dann wird ebenfalls automatisch der Papierkorb geleert, wobei hierbei die ältesten im Papierkorb befindlichen Dateien solange gelöscht werden, bis wieder mehr als 50% des Speicherplatzes verfügbar sind.
  • Wenn ein Benutzer in den persönlichen Einstellungen die Auflistung der eigenen Aktivitäten (Activity App) aktiviert hat, dann werden die ausgewählten Aktivitäten jeweils für 30 Tage gespeichert und im Stream aufgelistet.
  • Standardmässig ist eine Versionsverwaltung aktiv, die dazu führt, dass bei Änderungen an einer Datei die früheren Versionen gespeichert werden und insoweit auch wiederhergestellt werden können. Hierbei werden aber niemals mehr als 50% des derzeit verfügbaren Speicherplatzes des Benutzers verwendet und bei Überschreitung dieser Grenze die ältesten gespeicherten Versionen automatisch gelöscht.

Da die freie Software Nextcloud ständig weiterentwickelt wird, kann es in Zukunft auch zu Änderungen oder auch Neuerungen bei den vorstehend aufgeführten Voreinstellungen kommen. Die Aufstellung wird allerdings gepflegt, damit zu jeder Zeit klar ist, welche Voreinstellungen aktuell gesetzt sind.

Erweiterung der Funktionalität durch zusätzliche Apps

Neben den bereits vorhandenen Basisfunktionen und getroffenen Voreinstellungen wird der Cloud-Speicher von ProLinOS noch mit Apps von Drittanbietern aus dem App Store von Nextcloud um einige nützliche Funktionalitäten erweitert, wobei aktuell folgende zusätzliche Apps aktiviert sind:


„Audio Player“ → Musiksammlung mit Alben und Abspiellisten anlegen (mp3, m4a, ogg, wav).
„Bookmarks“ → Eine Lesezeichen-Sammlung anlegen.
„Calendar“ → Kalender anlegen, die mit externen Geräten synchronisiert werden können.
„Tasks“ Erweiterung für Kalender um die ebenfalls synchronisierbare Aufgabenfunktion.
„Contacts“ Adressbücher anlegen, die mit externen Geräten synchronisiert werden können.
„Gallery“ Bilderalben anlegen und online Bilder einzeln oder per Diaschau betrachten.
„Mail“ E-Mail (imap u. smtp) und Webmail. Kann für mehrere Mailkonten eingerichtet werden.
„Reader“ → Online ebooks (epub Standard) lesen.
„Video Player“ → Online Filme abspielen und betrachten.
„Notes / QOwnNotesAPI“ → Notizen mit Markdown-Unterstützung anlegen und synchronisieren.
„Collabora Online“ → Office-Dokumente, Tabellenkalkulationen oder eine Präsentation online erstellen, öffnen und bearbeiten.
„Circles“ → Benutzer können selbständig eigene Gruppen (Kreise) erstellen und Dateien innerhalb dieser Gruppen teilen.
„End-to-End Encryption“ → Benutzer können ihre Dateien clientseitig verschlüsseln und verschlüsselt auf dem Server ablegen.
„ShareRenamer“ → Fügt einen Button hinzu, über den beim Teilen per Link eine eigene Bezeichnung für den Link vergeben werden kann.
„Metadata“ → Ermöglicht es Benutzern bei Bildern und einigen anderen Dateitypen die Metadaten in der Detailansicht einzusehen.
„Draw.io“ → Benutzer können mit dieser freien Software online Grafiken und Diagramme erstellen und peichern.

Auch die vorstehende Auflistung der zur Zeit auf dem Cloud-Speicher von ProLinOS aktivierten Apps ist nicht unabänderlich, wird aber ebenfalls gepflegt, damit auch hier zu jeder Zeit klar ist, welche Funktionalitäten aktuell zur Verfügung stehen. Sollte eine App mit neueren Versionen von Nextcloud nicht mehr korrekt arbeiten oder von dem Entwickler nicht weiter gepflegt werden, dann würde sie allerdings auch zu deaktivieren sein. Andererseits können natürlich auch weitere Apps hinzukommen, um die Funktionalitäten des Cloud-Speichers nach und nach zu erweitern.


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